Montag, 31. August 2009

Frankfurt Reloaded

Eddie hat meinen gestrigen Blogpost zum Frankfurt-Spiel im Eintrachtforum verlinkt. Das heißt für mich: Jede Menge Besucher und natürlich diverse Kommentare und sogar das "Commando Gießen" hat mich in seinem Forum verlinkt. Unter den Kommentaren waren neben den zu erwartenden Beleidigungen im Stile von „wer wind säht,wir sturm ernten
du zecke“ durchaus auch ernsthafte Diskussionsbeiträge, wie z.B. dieser hier:

„Jaja, die Frankurter Fans sind alles Verbrecher; die Ultras Frankfurt ganz besonders. Meine Fresse, was für eine billige Verallgemeinerung. Die Dortmunder haben letztes Jahr auch Sachen geklaut und zwar auch von irgendeinem Fanclub. Muss nicht sein, genauso wie die Aktionen einiger (weniger) Frankfurter am Samstag. Aber Verallgemeinerungen nach dem Motto "alle Frankfurter sind Assis" sind billig und daneben. FFM hat eine der lebendigsten Fankulturen des Landes und daran haben die Ultras großen Anteil. Wer das verkennt, hat keine Ahnung...“

Die hier vom Autor geäußerte Kritik nehme ich durchaus ernst. In der Tat gehörte der gestrige Post nicht unbedingt zu meinem stärksten. Ich hatte einen Kater, war emotional aufgewühlt und in Zeitdruck. Ich würde den heute so nicht mehr schreiben. Was nichts daran ändert, dass ich Leute die anderen Menschen Schals zocken zum Kotzen finde. Und ja liebe Frankfurter, auch Leute, die anderen Leuten Fahnen zocken. Diese billige Rechtfertigung von Euch trägt aber auch nicht weiter als ein Schwein schwimmen kann. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ hat einer in den Kommentaren geschrieben. Bibelfest und asozial ist ja auch mal was. Aber inhaltlich hat der Autor des Kommentars durchaus Recht. Frankfurt hat eine lebendige Fanszene. Wenn es aber ums zocken von Sachen und tätliche Angriffe auf Leute geht, ist mir das zu lebhaft.

Sehr amüsiert dagegen habe ich mich über folgenden Post im Eintrachtforum: „Ich fasse es nicht, der war mal mein Chefredakteur beim Praktikum hier in Hamburg. Hab bei dem Haufen irgendwie kein Land gesehen, da meine Texte nicht den Vorstellungen entsprachen... Ich habe so gut wie nix gelernt, weil ich einfach nie gewusst habe, was ich denn falsch mache bzw. verbessern könnte. Bei der Rechtschreibung wird mir jetzt einiges klar... Peinlich!“

Ab gesehen davon, dass er mit der Rechtschreibung durchaus Recht hat – ich bin unfassbar flusig, was so was angeht und der Zeitdruck unter dem ich oft die Postings erstelle macht es nicht besser – und dass er - wenn ich mich meine Erinnerung nicht täuscht, wer hinter seiner Mailadresse steckt – einer der unmotiviertesten Praktikanten die wir jemals hatten war, merke ich durch solche Aktionen langsam schon, dass ich durch meinen Blog eben eine sehr öffentliche Person bin. Ich habe mich ja bewusst entschieden de facto unter meinem Klarnamen zu bloggen und auch mit Teilen meines sonstigen Lebens offen umzugehen. Ich finde es feige, sich hinter Pseudonymen wie Rappelwurst1970 oder sonst was zu verstecken. Auch und gerade weil dieser Blog natürlich viele Brüche meiner Person offenbart. Trotzdem ist es natürlich manchmal auch ein komisches Gefühl so gläsern zu sein. Und was da steht, steht da halt. Das interessiert keinen, wie früh am morgen ich es geschrieben habe, ob ich verkatert oder schlecht gelaunt war. Würde mich wundern, wenn mir da nicht irgendwann irgendwas auf die Füße fällt.

Aber bei allem was man mir sonst zurecht vorwerfen kann: Feige war ich noch nie.

Edit: Der Kollege Ex-Praktikant hat mir auf meine Mail geantwortet die ich ihm geschrieben habe und war wohl etwas überrascht, dass es doch nicht so anonym ist, wie der dachte ;)

Kommentare:

  1. Der unmotiverte Praktikan31. August 2009 um 14:09

    Zum Thema Anonymität kann ich nichts sagen. Da hat jetzt natürlich auch ne Menge Zufall mit reingespielt, dass ich den Link entdeckt habe. Oder persönliches Eingreifen des Fußballgotts? Wer weiß das schon?

    Der Begriff "unmotiviert" zum Praktikanten-Verhältnis hat es eigentlich ganz gut getroffen. Wieso und weshalb gehört nicht in die Öffentlichkeit (falls es die außerhalb der Dortmunder und Frankfurter Fanszene überhaupt geben sollte...). Warum die Motivation irgendwann auf der Strecke geblieben ist, auch nicht. Es hätte mit einer rechtzeitigen Aussprache sicher viel besser laufen können. Das ist nicht geschehen und fertig.

    Vielleicht lag's aber auch am permanenten Schwarz-Gelb in der Redaktions-Luft? Vielleicht...

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  2. Ich bin erstaunt über die unterschiedlichen Wahrnehmungen von asozial.
    Der eine findet es asozial wenn jm ein Schal geklaut wird, der andere wenn man jm anders den Tod/Selbstmord wünscht.

    Na so sind die Geschmäcker verschieden und c´est la vie

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