Freitag, 5. März 2010

Das soziale Verständnis der Fohlen

Ich kann die Scheiß-Fohlen seit dem 34. Spieltag der Saison ja nicht mehr ab, wie ich schon so ein- oder vielleicht auch zweimal erwähnt habe. Aus meiner durchaus vorhandenen Grundsympathie ist eine Abneigung allererster Güte geworden. Nun muss ich die Plattenbaubewohner schon wieder ertragen. Zum Glück aber nicht in ihrer Fertigschüssel sondern bei uns. Das macht es deutlich erträglicher, denn es kommen wohl 7000 als Fohlen verkleidete graue Mäuse morgen zu uns mit. Damit dürfte morgen mal wieder ein wenig Stimmung garantiert sein. Wobei die Gladbacher ja aktuell nicht als Stimmungsgranaten gelten und wir in den letzten zwei Spielen ja auch keine Bäume ausgerissen haben, bzw. gegen Frankfurt die schlechteste Leistung seit Monaten hingelegt haben.

Das Spiel wird übrigens die Westfalenstadion-Premiere eines neuen Mitglieds von uns. Der ist zwar 19, war aber noch nie im Tempel. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass der Kollege es nicht leicht im Leben hat. Er wird beruflich wohl kein Atomphysiker werden und man muss kein Hellseher sein um zu blicken, dass er nicht gerade in einem Umfeld groß geworden ist, das sich nur liebevoll um ihn kümmert. Der Kollege strahlt nicht gerade das größte Selbstbewusstsein aus. Aber er hat es geschafft auf unsere Webseite meine Telefonnummer rauszufinden - die ziemlich versteckt ist - und mich zu kontaktieren, ob er zum Stammtisch kommen könne. Und ist dann aus dem Westen Hamburgs nach Bergedorf gefahren, was ein echter Aufwand ist. Seitdem hat er bei unserer Fußball-Mannschaft mitgespielt, war mehrmals beim Stammtisch und bringt sich ein.

Das klingt jetzt alles ziemlich selbstverständlich, ist es aber eben nicht, wenn man ihn kennt. Das ist für mich mal wieder ein schöner Beweis, dass Fußball Menschen unterschiedlicher Schichten verbindet. Ein Punkt, der mir sehr wichtig ist, denn man merkt bei unserem neuen Mitglied schon jetzt, dass sein Selbstbewusstsein wächst. Ich bin ja der Meinung, dass ein Fanclub mehr als eine Kartenverteil-Station ist, sondern eine Gruppe, die etwas verbindet und die soziale Verantwortung hat.

Ich weiß genau, dass der Tag morgen für ihn schöner werden wird als alle Weihnachtsabende die er bisher hatte zusammen. Für den ist das eine große neue Welt, die er ohne die Sailors nie erkunden würde. Und natürlich ohne seinen Mut uns anzusprechen, was für ihn eine große Überwindung war. Ich freu mich total für den, weil sich ihm eine neue Welt öffnet. Zum Glück fährt er mit dem Captain hin und zurück. Da kann Uwe ihm beim Einordnen der ganzen Geschichte helfen, weil seine Emotionen schon mit dem Gassi gehen werden. Aber natürlich wäre die Geschichte unrund, wenn er keinen Sieg im Westfalenstadion erlebt.

Also lieben Fohlen, ich bitte um euer soziales Verständnis. Lasst die Punkte da.

Kommentare:

  1. Ich wünsch dem Jungen so viel Spass im WS und bei uns im Schwimmbad.....und haut diese Drecksgladbacher bitte aus dem Stadion....

    SGG von der hellgrauen Eminenz...;o)

    AntwortenLöschen
  2. Naja, die Gladbacher waren in der letzten Saison mit das schlechteste, was an Gästefans im WS zu Gast war. Glaube nicht, dass sich da was geändert hat. Aber wir werden sehen!

    AntwortenLöschen