Samstag, 12. Juni 2010

Wie andere Neger auch

Das wichtigste Thema bei dieser WM scheinen nicht die Spieler zu sein, sondern die Vuvuzelas aka Uwe Seelers aka Scheißtröten. Faszinierend! Da hat man beschlossen die WM nicht in Europa stattfinden zu lassen, sondern in Afrika und stellt nun entsetzt fest, dass der Neger die Dreistigkeit besitzt seine WM so zu feiern wie er das will – und das trotz Fifa. Das kann nicht sein, das darf nicht sein und der ach so aufgeklärte Mitteleuropäer ist auf einmal ganz schnell mit Verbotsforderungen zur Hand. Das wollen wir doch mal sehen, ob wir den Neger nicht an die Kette legen können. Um Missverständnissen vorzubeugen: Mich nervt dieser Vuvuzela Sound auch. Die Dinger machen für gemeine mitteleuropäische Ohren einfach unfassbar nervigen Sound und ich verspreche hiermit feierlich jedem Idioten, der meint das Ding ins Westfalenstadion mitzunehmen seine Tröte bis zum Hals in den Arsch zu schieben. Was aber noch mehr nervt, als die Tröten selber sind die ganzen Kapeiken, die sich gegenseitig an Verbotsforderungen hochziehen.

Diese WM findet nun mal in Afrika statt und die feiern so eine WM halt anders als Mitteleuropäer oder Südamerikaner. Man kann da auch gerne genervt von sein, aber es ist halt so. Und es hat in Zeiten in denen jede McDonalds Filiale überall auf der Welt gleich aussieht und ich in jeder Stadt einen H&M Store finde auch was beruhigendes, dass sich eine WM in Afrika von einer WM in Deutschland unterscheidet. Wobei die Worte „beruhigend“ und „Vuvuzuela“ in einem Satz unterzubringen natürlich gewagt ist. Trotzdem muss doch jedem klar gewesen sein, dass die WM in Südafrika anders werden wird. In jeder Beziehung. Es gibt auch Gründe gegen die Vuvuzela, die von Afrikaner angebracht werden. Und genau da gehört die Diskussion auch hin. Nicht nach Europa. Nicht alles, was einem persönlich nicht gefällt ist ein Weltuntergang. Es sei denn natürlich geht davon aus, dass der Mittelpunkt der Welt immer da ist, wo seine Füße stehen. Mehr als alle Tröten dieser Welt nerven mich diese Art des gemeinen Mitteleuropäers, der bitte alles überall gleich haben möchte. Schön nach Spanien donnern, aber da bitte ein gutes deutsches Schnitzel. Mit Bratkartoffeln. Und ein Veltins. Man spricht deutsch, eine WM hat überall gleich zu sein und was einem nicht gefällt ist scheiße. Man kann auch nicht versuchen einfach mal damit zu leben, dass es anders ist. Nein, wenn man den Fernseher einschaltet, dann will man sich bitteschön auch aufregen. „Verbieten, verbieten, verbieten“. Ich empfehle in diesem Zusammenhang übrigens den Film „Wie andere Neger auch“ in dem eine afrikanische Ethnologin die die Deutschen erforscht. Wie zum Ende des Filmes deutsche Ethnologiestudenten sich dagegen verwehren, dass man sie genauso erforscht wie die Afrikaner ist herrlich entlarvend.

Wenn man alles verbieten würde, was einem nicht gefällt, gäbe es in meiner Welt auch keine angemalten Deutschland-Fans mit dummen Hütten und Blumenkränzen und kein Gelsenkirchen. Moment mal…kein Gelsenkirchen? „Und führe mich nicht in Versuchung.“ Aber widmen wir uns wieder einer Gegend, die besser ausgebaut ist als die Stadt Gelsenkirchen, sprich Afrika. Und die Afrikaner tröten überwiegend nun scheinbar gerne im Stadion. Warum sie das tun erschließt sich mir nicht, aber mir erschließt sich so einiges im Leben nicht.

Womit wir schon wieder in Gelsenkirchen wären, wo wir doch gar nicht hinwollten.

Kommentare:

  1. Die WM kann so anders sein wie sie will, die Stimmung, sprich Atmosphäre genauso. Schöne Sache, macht ja die Vielfalt im Fußball auch aus. Aber diese Tröten bedeuten für min. 90% der weltweiten Zuschauer einfach nichts Anderes als nervige Lärmbelästigung. Darauf könnte man als Gastgeber auch Rücksicht nehmen und die Teile nur bei Spielen mit südafrikanischer Beteiligung erlauben.
    So macht mir der schönste Sport der Welt keinen Spaß- und das ist vielleicht kein Weltuntergang, aber doch mindestens ein großes Ärgernis!

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  2. Wenn man ein Problem damit hat, dann kann man die Spiele ja ohne Ton gucken. Oder gar nicht. Mal sehen, ob das mehr Spaß macht. Den Afrikanern die Dinger zu verbieten, die da nunmal zum Fußballgenuss dazugehören, wäre so, als wenn man uns das Bier beim Fußball verbieten würde: undenkbar. Die Einzigen, die ich wirklich hasse, sind die Typen, die die Tröten in unseren Breiten eingeführt haben.

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  3. Alle die hier was von Kultur fasseln, was haben diese Plastik China Dinger mit Kultur zutun. Wenn das denen ihre Kultur ist, dann gute Nacht.
    In den Rugby Stadien sind die auch in Südafrika verboten, warum nur ?

    www.vuvuzela.org

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  4. Rugby ist der Sport der Weißen du Volltrottel! Springboks, gold and green das sind die Farben der Apartheit! Egal, hab gut über den Bericht gelacht! Danke, nochmal! Es ist diese Bildzeitungsmentalität, die aufhetzt und das kollektive Meckern schön provoziert oder anzettelt!....warte jetzt hab ich wie "der Stürmer"...damals! Ja und ich finde diesen scheiß wanna-be-patriotismus angsteinflößend...Jungs und Mädels sensibel damit umgehen!! Viel Spass beim Spiel

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  5. Das hat einer erkannt. Und die Holländer sind die Juden! Danke, Fussball-Deutschland!

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  6. Das Ganze Kultur zu nennen wäre in der Tat überzogen. Aber immerhin gehört die Vuvuzela dort seit einigen Jahren zum Fußball dazu. Wie definiert man überhaupt Kultur? Wie lange muss etwas fester Bestandteil der Gesellschaft sein, bis es sich Kultur nennen darf?

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