Freitag, 18. Juni 2010

Die Suche nach dem fanfreundlichen Aspekt der Bezahlkarte

Je länger ich drüber nachdenke, umso beschissener finde ich die von den BVB-Offiziellen geplante Einführung einer Bezahlkarte im Westfalenstadion. Die dann bestimmt ganz Aki Watzke like noch einen coolen Namen bekommt. „Westfalentaler“ wäre doch was. Was der Vorsitzende unsere Geschäftsführung dann bestimmt als Verbeugung vor den Leuten verkauft, die das Westfalenstadion als offiziellen Namen zurück möchte. Okay, vielleicht oder sogar wahrscheinlich bleibt auch der Euro als Währung. Denn beim BVB wird ja alles mit Verspätung eingeführt. Aber dann gleich richtig bzw. eben grottenfalsch. Also kommt der Westfalentaler dann 2012. Okay, ich bin polemisch, aber ich bin auch sauer. Ich suche einfach noch den positiven Aspekt der Bezahlkarte.

Das Plastikding hat eigentlich für alle nur Nachtteile. Der Dauerkartenbesitzer hat die geringsten. Er muss „nur“ in einer Schlange mehr stehen. Nämlich, in der in der er seine Karte auffüllen lassen muss. Das kann man erfahrungsgemäß ja nicht an jeder Theke machen, bzw. wenn dann nur an einer Kasse. Und wer an die von der KGaA versprochene Beschleunigung der Abläufe an der Theke glaubt, hält wahrscheinlich die Farbkombination blau-weiß auch für gelungen. Da wird gar nichts schneller, weil die Probleme die es gibt durch das Zapfen des Bieres kommen und nicht durch das Bezahlen. Ich weiß wovon ich rede, mit Bierständen kenne ich mich aus.

Wer nur ab und zu mal im Westfalenstadion ist, ist gekniffen. Er oder sie muss sich im Vorfeld nämlich überlegen wie viel denn wohl verzehrt werden soll. Und sich dann erst mal in die Schlange stellen, um beispielsweise seine 20€ auf die Karte zu laden. Doof ist es, wenn am Ende des Spieltages noch Geld drauf ist. Seien es nun 2,10€ oder 16,40, weil man entgegen der Planung doch nur ein Bier getrunken hat. Um dann sein Geld wieder zu bekommen, muss man sich wieder in die Schlange stellen. Oder drauf verzichten, wenn man aus Kiel, Hamburg oder Stuttgart kommt und einen Zug bekommen muss. Das Geld ist dann erst einmal weg bzw. beim BVB bis man wieder im Westfalenstadion ist. Wer die Pfandrückgabe kennt, weiß wie „fanfreundlich“, die organisiert werden. Man hat meistens nicht deswegen eine Bechersammlung, weil die so toll sind. Richtig scheiße ist das ganze für Gästefans, denn die kommen ja maximal einmal im Jahr ins Stadion. Ich habe so diverse Restbestände auf meinen diversen Karten aus den Stadien der Republik.

Wo war jetzt noch mal der fanfreundliche Teil der Bezahlkarte?

Kommentare:

  1. Tja, und ganz nebenbei organisiert der BVB (oder Aramark?) sich so noch einen schönen zinsfreien Kredit. Denn viele der Dauerkartenbesitzer werden sich vermutlich immer etwas mehr Geld auf die Karte buchen, um nicht ständig zu den Aufladestationen zu rennen. Wenn bei 50.000 Dauerkartenbesitzern jeder im Schnitt am Ende eines Spieltags noch 5 Euro auf der Karte hat, dann sind das immerhin 250.000 Euro zinsloser Kredit. Auch nicht schlecht...

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  2. Die Bezahlkarte wird sich im Vorfeld sicher mittels PayPal & Co. aufladen lassen. Am Ende kann ich das gebuchte, nicht ausgegebene Geld, meiner Karte im Online Shop oder beim Ticketing verbrauchen.

    Hirngespinst?

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  3. Natürlich bleibt das Geld erhalten. Aber "real" halt auf dem Konto des Kartenausgebers und nicht auf dem desjenigen, der das Geld ausgibt. Und das ist nichts anderes als ein zinsloser Kredit. Warum wirbt wohl eines der Unternehmend, die diese Systeme anbietet mit folgendem Vorteil für die Betreiber:

    "Der Einsatz von pre-paid Systemen hat einen erheblichen positiven Effekt auf die Liquidität."

    Nachzulesen hier: http://www.paymentsolution.biz/de/technology/technology/

    Hirngespinst? Oder einfacher nur mal weiter gedacht?

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