Donnerstag, 9. Dezember 2010

Spießer sein und Spaß dabei

Es scheint zum Wesen des Fans zu gehören, dass man sich für was Besseres hält. Der BVB Fan fühlt sich z.B. wertiger als Fans anderer Vereine. Man denkt einfach, dass man was Besonderes ist, weil man eben Fan des Ballspielvereins ist. Das wird Fans von anderen Vereinen nicht anders gehen. Selbst die Blauen denken, dass sie was Besonderes sind. Wobei sie da ja auch recht haben: Die sind besonders Scheiße.

Was gegenüber anderen Vereinen gilt, gilt intern nicht weniger. Jede „Fraktion“ fühlt sich der anderen quasi überlegen. Der Block Drölf Steher fühlt sich irgendwie als Herz des Vereins und besonders antikommerziell. Der Südwestler hat das Gefühl, dass die Schwarzkittel in Drölf eh nur sich selbst feiern und man selbst eigentlich viel wahrhafter ist und dem Osttribünenbesucher geht eh die ganze Süd ein wenig auf den Keks. Gemeinsam fühlen sie sich aber alle mehr Fan, als die Scampi-Fraktion in den VIP-Ecken und Kutten und Ultras haben eh ein komplett anderes Verständnis der Sache.

Fußball funktioniert ohne Abgrenzung einfach nicht. „Wir“ gegen „die“! Wobei „die“ eine beliebig kleine Gruppe von was auch immer sein kann. Wahrscheinlich rührt aus diesem „Ich verteidige meine Scholle“-Prinzip auch der Umstand, dass sich Fußball-Fans wie Kleingärtner benehmen. Man grenzt sich gerne ab. Was eben auch intern zu Reibereien und Eifersüchteleien führt. Aber es wäre ja wirklich öde, wenn Fußball-Fans tolerante Menschen wäre. Aussagen wie „Naja, wenn der andere gewinnt ist er halt besser“, oder „Schalker sind auch nur Menschen“ wären der Tod unseres geliebten Sportes.

Spießer sein und Spaß dabei.

Kommentare:

  1. Heute kein anonymer Pöbler? :( Schade, das ist immer der halbe Spaß am Blog...

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  2. Nee, ich habe heute keinen Bock mich aufzuregen. Lieber'n bisschen chillen.

    Gruß
    Arno Nühm

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