Sonntag, 28. Februar 2010

Zurück aus Sindelfingen

Zurück aus Sindelfingen nach einer 21-stündigen Tour. Beste Art der Derbyverarbeitung. Aber bloggen werde ich heute nichts. Ich bin sowas von im Eimer, muss erst mal pennen und bekomme nichts gescheites zusammen. Geduldet Euch also bitte bis morgen.

Samstag, 27. Februar 2010

Ich hasse Hallenfußball

Ich will auf das Ergebnis gestern gar nicht groß eingehen. Klar war das ärgerlich, aber ich hatte vorher schon nicht viel erwartet und selbst nach dem 0:1 nicht viel Hoffnung. Derbys liegen uns nicht. Das nächste Derby was wir gewinnen, wird erst wieder ein entscheidendes sein. Und bis dahin hagelt es Unentschieden und Niederlagen. Aber mir ist das heute auch schon wieder egal. Wir müssen auf uns schauen und da wird es schwer genug Platz 5 zu halten. Was viel schwerer wiegt als die Niederlage gestern, ist die Frage, wie ich diese ekelhafte Hallenatmosphäre wieder aus dem Kopf bekomme. Ich hasse Hallenfußball.

In den 80er Jahren war Hallenfußball ja eine zeitlang das große Ding. Man sammelte sich in der Westfalenhalle oder sonst wo, um in der Winterpause Turniere gegen andere Mannschaften der Bundesliga zu spielen. Man hat sich da eine Karte gekauft, weil die Winterpause ja irgendwie überbrückt werden muss. Bis man nach ein paar Jahren dann festgestellt hat, dass Hallenfußball einfach unfassbar scheiße ist, weswegen man das dann auch mal wieder gelassen hat und Hallenfußball nur noch ein untergeordnete Rolle spielt. Nur die Blauen haben das nicht gemerkt. Das kann man denen auch nur bedingt vorwerfen, weil die ja auch nichts dafür können, dass sie dumm sind und nichts merken. Da aber mit denen auch keiner was zu tun haben will, hat es ihnen aber auch sonst keiner gesagt. Und deswegen dachte man in Gelsenkirchen, dass es ein ganz großes Ding wäre da eine riesige Fußball-Halle hinzustellen.

Ganz im Ernst liebe verhasste Blaue: Wie um alles in der Welt kann man bitte in einer Halle Fußball spielen? Ich müsste mich regelmäßig übergeben, wenn ich alle 14-Tage in diesen Bau müsste. Ein Fußballstadion hat kein Dach über dem Spielfeld. Wahrscheinlich liegt die Ursache darin, dass die über Jahrzehnte in ihrem hässlichen Parkstadion nass geregnet wurden und irgendwann wer gesagt hat: „Nie wieder soll auch Blauer nass werden“. Lieber Gott, ich danke Dir für das Westfalenstadion. Es gibt einen Grund, warum die Times das Westfalenstadion zum schönsten Stadion der Welt gewählt hat und die Arena da nicht vor kam.

Aber tröstet Euch liebes, Blaukraut. Bei der Wahl zur „Halle des Jahres“ werdet ihr bestimmt gewinnen.

Freitag, 26. Februar 2010

Wir wollen den Derbysieg - Was kann man auch sonst in dieser hässichen Stadt wollen?

Heute gilt es. Wir wollen den Derbysieg. Koste es was es wolle und egal wie. Es ist mir egal, ob wir gut oder schlecht spielen. So lange da am Ende ein Tor mehr für uns auf der Anzeigetafel steht als für das GE-sindel. Wir wollen den Derbysieg, egal wie. Was sonst soll man auch sonst in diese hässlichen Stadt wollen? Wie immer gilt, dass das heutige Spiel über wohl und wehe der nächsten Wochen entscheidet. Gewinnen wir, sind wir drei Punkte hinter dem Pack und gehen mit Schwung in die nächsten Wochen, während bei den Blauen die Depression herrscht. Verlieren wir hingegen, ist der Katzenjammer bei uns groß und wir werden wie immer Wochen brauchen uns davon zu erholen. Allerdings habe ich ein sauschlechtes Gefühl. Wie immer, wenn wir auswärts in der hässlichen Stadt antreten müssen. Normalerweise gibt es da nicht für uns zu holen. Aber natürlich hoffe ich auf das Gegenteil.

Konnte ich mich bisher der Derby-Stimmung ganz gut entziehen, trifft es mich jetzt umso härter. Mein Herz pumpt und ich habe ein Grummeln im Bauch. Die Minuten schleichen und ich kann es kaum erwarten dass es endlich 16 Uhr ist und ich mich auf den Weg zum Westfalenstadion mache, um von dort aus mit den Bussen der Fanabteilung nach Gelsenkirchen zu fahren. Ich halte die Spannung echt nicht mehr aus. Lasst das Spiel der spiele endlich beginnen. Eine lustige Randnotiz fand ich die Pressekonferenz mit Felix Magath, der meinte, dass ich erst während des Hinrundenderby klar geworden ist, wie wichtig dieses Spiel ist. Das ging ja Jürgen Klopp 2008 genauso. Wer nicht in der Gegend wohnt oder Fan des Vereins ist, der kann die Bedeutung dieses Spieles nicht mal erahnen. Man kann die auch nicht beschreiben, man muss es erleben. In die Gesichter der Menschen nach Sieg oder Niederlage schauen. Erst dann weiß man, dass dieses Spiel viel mehr ist als ein Fußballspiel.

Gesundheitlich geht es mir leider nicht gut. Zu der laufenden Nase, der erhöhten Temperatur und dem allgemeinen Unwohlsein haben sich nun über Nacht auch noch ein paar Halsschmerzen gesellt. Und die Bestätigung für einen Busplatz für die Handball-Damen. Schonung pur würde ich sagen. Scheiß drauf, das wird bestimmt lustig mit den Jungs morgen.

Aber Morgen ist noch Lichtjahre entfernt. Alles was zählt ist heute.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Romantisches Date bei den Handball-Damen

Die Jungs tun mir nicht gut. Wirklich nicht. Es war Dienstag auf dem Stammtisch als „der Neue“ meinte, dass sie überlegen würden am Samstag mit dem Bus zum Spiel der Handball-Damen des BVB nach Sindelfingen zu fahren. Es kann auch sein, dass es „dem neuen sein Bruder“ war. Die beiden sind nämlich Zwillinge. Man kann die zwar eigentlich ganz gut auseinanderhalten, aber retrospektiv weiß ich immer nicht genau, wer mir was gesagt hat, weil die in meiner Erinnerung beide gleich aussehen. Eigentlich ist es auch scheißegal, wer was gesagt hat, denn die wirklich wichtigen Substantive in der Aussage waren „Handball-Damen“, „Fanbus“ und „Sindelfingen“, sowie die Frage „Kommste mit?“ Ne Jungs, ist klar. Nachdem ich mir Freitag erst das Derby und anschließend die Kante gegeben habe, fahre ich nicht Samstag schön gemütlich nach Hamburg um ein einigermaßen entspanntes Restwochenende zu haben, sondern setze mich in einem Bus nach Baden-Württemberg um mir Handball anzuschauen. Sonst geht es Euch gut?

Ich bin mit Handball groß geworden und war als Kind regelmäßig bei den Europapokal-Spielen des VfL Gummersbach in der Westfalenhalle. Im Fernsehen kann ich mir Handball nicht anschauen, aber live hat das durchaus seinen Reiz. Und Woddy war mit „dem Neuen“ – oder mit „dem neuen sein Bruder“, was weiß ich? – letztens bei den Handball-Damen und war hin und weg. Und ich hatte durchaus auch schon mal den Plan mit die Handball-Damen live anzuschauen. Allerdings dachte ich da eher daran mal direkt nach dem Spiel des BVB noch da hin zugehen oder bei meinen Eltern zu pennen und am nächsten Tag entspannt da hinzudackeln. Die Worte „Fanbus“ und „Sindelfingen“ kamen in meiner Vorstellung auf jeden Fall nicht vor.

Zu meinem Glück meinte „der Neue“ – oder eben „dem Neuen sein Bruder“ – der Fanbus würde 25€ kosten, was dann doch meine rudimentär vorhandende Restvernunft befeuerte. Ich gebe jeden Monat genug Geld für Fußball aus, ich brauche nun wirklich nicht noch Geld für Handball ausgeben. Hurra, wir haben es abgewendet. Heldenhaft werde ich der – zugegebenermaßen reizvollen – Vorstellung widerstehen mit den Jungs eine Bustour zu machen. Bis ich bei Schwatzgelb gestern gelesen habe, dass der Bus kostenfrei angeboten wird. Und die tollste Frau von Welt wo gibt ist ja auch noch 10 Tage weg. Also zählt auch das Argument nicht, dass ich auf Familie machen muss. Ich könnte noch argumentieren, dass ich im Moment richtig fett krank werde. Aber das hindert mich ja auch nicht daran heute berufliche Termine in NRW wahrzunehmen. Und das Derby am Freitag werde ich mir auch geben. Da machen die Handball-Damen den Kohl auch nicht mehr fett.

Gute, Sie ahnen wie die Geschichte ausgeht, ich habe uns vier natürlich gestern angemeldet. Allerdings ist der Bus auf 30 Plätze limitiert und ich habe keine Ahnung, wie begehrt die Plätze sind. Kann ich gar nicht einschätzen. Die Vernunft hat also noch eine Restchance. Wobei mir jetzt, wo ich es schreibe einfällt, dass die tollst Frau der Welt ja im Moment in Stuttgart ist. Und das liegt doch nicht weit weg von Sindelfingen glaube ich. Gleich mal eine SMS schreiben. Vielleicht schafft sie es ja rüber zu kommen.

Romantisches Date bei den Handball-Damen. Klingt schwer nach meinem Leben

Mittwoch, 24. Februar 2010

Vom ältesten Kumpel und hässlichen Farben

Ich bin in Dortmund geboren, obwohl meine Eltern damals schon in Witten wohnten, weil mein Vater drauf bestanden hat, dass ich genau diese Stadt als Geburtsstadt im Pass habe. Ich sollte ihm mal sagen wie dankbar ich ihm für diese Entscheidung bin. Denn ich bin ungelogen immer wieder stolz, wenn ich in meinen Personalausweis schaue.

Meine Kindheit und Jugend habe ich dann eben in Witten verbracht, einer Stadt zwischen Dortmund und Bochum, die man eigentlich wirklich nicht braucht und bevorzugt verlässt. Wahrscheinlich sagt kein Wittener irgendeinen Satz öfter als „Ich fahr mal nach...“ Ich fand und finde Witten bis heute überflüssig und würde mich niemals als Wittener bezeichnen.

Fußballmäßig ist Witten ein Mischgebiet. Ganz vorne liegen natürlich der BVB und die Blauen, wobei letztere zumindest in den 70er und 80er-Jahren die Nase vorn hatten. Dann kommt lange nichts und dann der FC Bayern gefolgt von einigen einsamen VfL Bochum-Fans. In so einer Gegend bleibt es nicht aus, dass Du auch Kontakt mit geistig verwirrten hast. Mein ältester Kumpel ist z.B. ein Blauer.

Ich bin mit Tommes in die Grundschule gegangen. Wir haben später zusammen das Abitur gemacht und bis ich aus Witten weggezogen bin haben wir eigentlich regelmäßig zusammen abgehangen. Ich mag den wirklich richtig gerne, weil der nicht nur mein ältester, sondern auch einer meiner besten Freunde ist. Aber über Fußball können wir natürlich auch nur reden, wenn wir nicht gegeneinander spielen. Normalerweise beschimpfen wir uns in der Woche vor dem Spiel per SMS gegenseitig und nach dem Spiel wird die Kommunikation einseitig, weil der Verlierer die triumphierenden SMS des Siegers nicht mehr beantwortet.

Wir waren zu Zweiliga-Zweiten des S03+1 inden 80ern sogar mal zusammen im Stadion. Ja, sie haben richtig gelesen. Mehrmals. Ich war mit dem Pack in Aachen, Darmstadt und Wattenscheid und er war mit gegen Karlsruhe in Frankfurt und weiß ich nicht mehr. Wenn ich das heute wem erzähle schauen mich natürlich alle angewidert an und ich kann das absolut nachvollziehen. Aber das war halt damals von unserer gegenseitigen Sehnsucht getrieben mit dem besten Kumpel ins Stadion zu geben und irgendwie will ich die Erfahrung auch nicht missen. Das ist für einen Außenstehenden wahrscheinlich schwer nachzuvollziehen, aber Tommes wäre der perfekte Fußball-Kumpel. Mit dem hätte ich jede Menge spannenden Fahrten gehabt, wenn er Borusse wäre.

Diese hässlichen Farben versauen einem auch einfach alles.

Dienstag, 23. Februar 2010

Gelsenkirchen - Stadt aus der Hölle

Ich habe keine Lust auf das Derby am Freitag. Ich hatte noch nie Lust auf das Auswärtsderby. Während das Heimderby jede Saison das Spiel ist auf das ich mich am meisten freue, ist das Auswärtsderby so überflüssig wie ein Loch im Kopf. Wenn ich gezwungen würde auf eines der 34 Spiele der Saison zu verzichten, würde ich sofort dieses Spiel wählen. Ohne mit der Wimper zu zucken. Und das geht nicht nur mir so. Seitdem ich zum Fußball gehe kenne ich Leute, die lieber den Styx befahren würden als die Bahn nach Gelsenkirchen zu nehmen. Und ich kann das sehr gut verstehen. Gelsenkirchen ist eine Stadt direkt in der Hölle.

Mein erstes Auswärtsderby war glaube ich 1984 oder 1985. Damals habe ich noch in Witten-Heven gewohnt und konnte daher mit der Straßenbahn bis zum Packstadion durchfahren. Aber trotzdem war das immer eine schlimme Fahrt. Ich fühle mich in Gelsenkirchen einfach nicht wohl. Mit jeder Minute die man der Stadt näher kommt spürt man förmlich wie einem die Lebensenergie entzogen wird. Gelsenkirchen ist – und da braucht man keine schwarz-gelbe Brille für – zusammen mit Ludwigshafen die hässlichste Stadt Deutschlands. Mich bekommen übelste Beklemmungen, wenn ich die Stadt betrete. Diese völlig abgeranzten Häuser und diese greifbare Hoffungslosigkeit. Das fühlt sich an als würde man nach Beirut oder Somalia fahren. Es übt eine gewisse schreckliche Faszination aus, aber man will einfach nur weg. Weit weg. Irgendwo hin wo es lebenswerter ist. An den Nordpol zum Beispiel.

Das einzige schöne an Gelsenkirchen ist der „Abano As Club“ auf der örtlichen Trabrennbahn. Ich habe in den Jahren 2005 und 2006 sehr viel mit Pferderennen zu tun gehabt und war 2005 jede Woche vier Mal auf den Trabrennbahnen in NRW unterwegs. In Gladbach, Dinslaken, Recklinghausen – und eben Gelsenkirchen. Und glauben Sie mir, es gab nichts über das ich so froh war wie über die Tatsache, dass die Trabrennbahn Gelsenkirchen direkt hinter der Stadtgrenze zu Essen liegt. Zu der Zeit hatte ich - neben der großen Ehre „Atom Rolf“ Dautzenberg kennenzulernen - lustigerweise ab und zu mit Norbert Nigbur zu tun von dem ja der legendäre Satz stammt „Trabrennen und Fußball sind nichts für Frauen“.

Modern waren die in Gelsenkirchen noch nie!

Montag, 22. Februar 2010

Derbywoche

Diese Woche steht – wen wird das schon wundern – natürlich ganz im Zeichen des Derbys. Auch wenn ich es nicht für möglich gehalten habe, aber die Blauen haben sich in meiner Abneigungsliste noch mal weiter nach oben gearbeitet. Standen sie bisher bei einer Skala von 1 bis 100 bei 150 hat das Pack nun die 200 locker überschritten. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Zuallererst fängt das mit dem Trainer Felix Magath an. Der passt mit seiner Unsympathen-Art so perfekt nach Gelsenkirchen, dass man sich fragt wie der jemals wo anders Trainer sein konnte. Wobei Wolfsburg natürlich auch grauenhaft ist. Wenn man so will hat sich Magath in der Ekelliste hochgearbeitet. Erst die arroganten Bayern, dann das seelenlose Wolfsburg und nun als Krönung seiner Karriere Schlake 3+1. Aber man kann das auch positiv formulieren: Danach kann es für ihn nur besser werden. Egal wo er hin geht. Und ich hoffe das ist ganz weit weg.

Konsequenterweise hat Magath das Spiel seiner Mannschaft an die Sympathiewerte der Truppe angepasst und die Blauen spielen diese Saison so unattraktiv, dass man sich das selbst als neutraler Fan nicht anschauen kann. Hinten dicht machen und vorne würgt der personifizierte Sprachfehler einen rein. Wobei würgen eh ein gutes Stichwort ist. Denn man weiß gar nicht bei welchem der Spieler man am meisten kotzen möchte, wenn man sie sieht. Oder im Falle Kevin K. hört. Wobei, so unsympathisch Nutella-Kevin ist, im Vergleich zur Ratte ist der doch ein niemand. Die ist wirklich unerreicht. Da kommen selbst Manuel Neuer und das Schwabbelschwein nicht mit.

Getoppt werden die Spieler aber noch mal von den Fans der Blauen. Den Einbruch möchte ich jetzt gar nicht mal thematisieren, aber wer in der S-Bahn Familienväter vor den Augen ihrer Kinder überfällt und ausraubt ist und bleibt ein Verbrecher. Das gleiche würde ich übrigens sagen, wenn es Leute von uns gewesen wären, die sich so benommen hätten. Derby ist kein Kinderspiel. Das war es noch nie und wird es nie sein, aber gewissen Grenzen muss man einfach respektieren.

Dummerweise habe ich ein sehr schlechtes Gefühl für Samstag (Edit: Jaja, es ist Freitag, ich weiß. Danke für die Hinweise). Wir sehen im Derby eigentlich meistens schlecht aus in den letzten Jahren. Und in Gelsenkirchen schon gleich dreimal und ich habe auch das Gefühl, dass ich das kommende Wochenende mit extrem schlechter Laune verbringe, aber hoffe natürlich auf was anderes.

Und selbst wenn nicht: 12. Mai 2007.