Montag, 27. April 2009

Magic Moment mit Jürgen Klopp

Fußball besteht aus einem permanenten Auf und Ab. Trauer und Freund liegen eng bei einander. Immer wenn Du denkst, dass nicht mehr geht, kommt von irgendwo oft doch noch mal eine Hoffung. Gerne auch innerhalb von 90 Minuten. Man erinnere sich an das 3:3 nach 0:3 Rückstand gegen das Blaukraut aus Gelsenhausen. Und dass das auch in die andere Richtung geht und das sogar zweimal mussten wir in Hannover erfahren, als uns gleich zweimal ein 2 Tore Vorsprung um die Ohren flog. Beides waren sehr emotionale Spiele die ich so schnell nicht vergessen werde, aber ab und zu gibt es dann auch noch viele emotionalere Momente. Momente die man niemals vergessen wird, egal wie alt man ist, eben „Magic Moments“.

Ganz oben auf meiner Liste dieser unvergesslichen Sekunden steht bei mir das 3:1 von Jürgen Wegmann in der letzten Minute im Relegationsspiel gegen Fortuna Köln 1986. Nachdem wir das Hinspiel mit 2:0 verloren hatten und zur Halbzeit zu Hause mit 0:1 zurücklagen, hatte niemand in der Halbzeitpause nur einen Funken Hoffung gehabt. Wir waren in der zweiten Liga. Aus! Ende! Weltuntergang! Doch dann kamen ein Tor und die leise Hoffung! Und dann kam das 2:1 und wir waren wieder dran. Ich habe bis dahin noch nie ein ganzes Stadion brüllen hören. Alle Tribünen. Süd, West, Ost und Nord. Und dann kam „Cobra“ Jürgen Wegmann. Und das Tor, das uns das dritte Relegationsspiel ermöglichte. Glücksgefühle aus 20 Jahren gepresst auf 20 Sekunden. Meine Güte war ich glücklich.

Mein letzter magischer Moment aus einem Spiel ist das 1:1 von Mladen Petric gegen Bayern im Pokalfinale 2008. Auch wenn wir das Spiel noch in der Verlängerung verloren haben. In diesem Moment wusste ich wieder mal, warum ich BVB Fan bin. Allerdings hatte ich wirklich Angst zu sterben. Ungelogen! Mein Herz schlug so, dass ich dachte ich muss jetzt den Löffel abgeben! Es wäre ein würdiger Tod gewesen! Eines Fans würdig! Auch wenn ich ganz froh bin, dass sich der Moment des Todes noch mal verschoben hat!

Es gibt noch ein paar dieser unvergleichlichen Moment; und sogar einen außerhalb der Spielzeit. Niemals vergessen werde ich nämlich den Auftritt der BVB Fans in Berlin auf dem Kurfürstendamm 1989. Es war Christopher Street Day und unter lauter Schwulen und Lesben waren unendlich viele schwarz-gelb gekleidete. Total surreal! Man muss dazu wissen, dass Homosexualität damals noch was „schmutziges“ war. Aber wie dem auch sein: Berlin 1989 war unfassbar. Die Stadt war in unsere Farben getaucht. Wir waren wieder da. Im wörtlichen Sinne. Es hat 20 Jahre gedauert bis im meinen zweiten magischen Moment zu verzeichnen hatte, der außerhalb des Spielgeschehens stattfand. 25.04.2009, 17:16 Uhr Schiedsrichter Kempter pfeift ab. Und wieder skandieren 4 alle Tribünen. Diesmal „Der BVB ist wieder da“. Doch es ist nicht das was mir im Kopf bleiben wird. Sondern das was danach kam.

Die Spieler waren schon in den Katakomben, als die Süd und die Südwest zusammen nach Jürgen Klopp riefen. Und als der sich nicht gleich zeigte ein „Wir woll´n den Trainer seh´n, wir woll´n den Trainer seh´n“ anstimmten. Doch nichts passierte. Normalerweise sollte man davon ausgehen, dass die Fans dann irgendwann gehen. Doch kaum einer ging. Die Süd war weiterhin gut gefüllt und stimmte „Ohne Trainer, geh´n wir nicht nach Haus“ an. Es war erhebend, einmalig und wunderbar. Und wer nicht dabei war, hat etwas einmaliges verpasst. Ich danke Euch namenlosen 20.000 für diesen Moment, den ich niemals vergessen werde. Auch wenn ich viele von Euch persönlich komisch finde. Ihr gehört zu meiner Familie!

Kommentare:

  1. Mir fehlt irgendwie das er dann auch kam, der Gute Jürgen K..

    Aber sonst bin ich echt begeistert von deinen Berichten.

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  2. Stimmt. Er kam, das habe ich vergessen, hab den Fokus mehr auf die Fans gelegt, aber das sollte man dazu sagen.

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