Sonntag, 31. Oktober 2010

Das ist doch alles Schwachsinn

Um 5 Uhr schellte der Wecker. Okaym nun könnte man auf Grund der Zeitumstellung sagen, dass es eigentlich 6 Uhr war, aber man könnte einfach mal die Fresse halten und anerkennen, dass das zu früh ist. 5 Uhr. Für ein Fußballspiel. Auf dieser beschissenen Behelfstribüne in Mainz. Und im Stadion einer Mannschaft bei der ich echt Angst habe, dass wir deutlich verlieren. Schöne 6 Stunden um Zug hin und wieder 6 Stunden zurück.

Der Tag hat alle Chancen richtig scheiße zu werden.

Samstag, 30. Oktober 2010

Der emotionale Tinnitus

Was für Menschen werden eigentlich Fußball-Fans. Also so aktiv fahrende Fans? Sind das Menschen, die keine Ruhe ertragen? Die immer unterwegs sein müssen? Hauptsache Alarm? Ich weiß nicht, ob das für alle gilt, aber zumindest bei mir trifft dieses Muster voll zu, denn ich hasse Ruhe. Und ich habe ein extrem großes Talent dafür zu sorgen, dass mein Geist nicht Ruhe bekommt. Was ja auch gar nicht so schlimm wäre, wenn das nicht bei mir immer damit verbunden wäre, dass auch kein Kopf keine Ruhe bekommt. Ich kann mit mir alleine nichts anfangen.

Ab und zu komme ich mal auf die unfassbar schlaue Idee, dass mein Körper Ruhe brauchen könnte und gönne mir – wenn fußballfrei ist – ein ruhiges Wochenende. Um spätestens um am Samstag 17 Uhr festzustellen, dass ich mich unfassbar langweile und nicht weiß, was ich mit mir anfangen soll. Ich würde ja gerne mal einfach entspannen, aber es geht nicht. Entspannung stresst mich mehr als jeder Stress. Andere Leute verbringen ein Wochenende im Bett und lesen ein Buch. Mich macht das wahnsinnig und ich bin froh, wenn das Wochenende dann vorbei ist. Wahrscheinlich bin ich der erste Mensch, der einen emotionalen Tinnitus hat. In meinem Hirn pfeifen die Gedanken so laut, dass ich keine Ruhe ertragen kann.

Deswegen versuche ich Entspannung einfach zu vermeiden, auch wenn mein Körper mich regelmäßig fragt, ob ich noch alle Tassen im Gebläse habe. Heute ist wieder so ein Tag. Ich bin gestern um 23:30 ins Bett gefallen, weil es einfach nicht mehr ging. Ende! Aus! Nicolaus! Mein Körper sagte sich: "Ist mir doch egal, was der Typ denkt" und streikte. Mir fielen wirklich die Augen zu. Ab ins Bett. Und eigentlich wäre heute eine schöne Möglichkeit erst mal zu entspannen und dann ein wenig den Geist mit frischem Input zu befüllen. Am späten Nachmittag steht Kino mit der tollsten Frau von Welt wo gibt an und dann gehen wir essen. Aber wir bleiben im Konjunktiv, derr "dummerweise" treffen sich die Jungs heute am Arsch der Heide zum Bannermalen, was jeden Versuch des Abschaltens unterläuft.

Allerdings kann ich beim Malen nun wirklich nicht helfen. Jeder der mich mal hat etwas Parktisches machen sehen, würde sich alleine bei der Vorstellung, dass ich was male in Lachkrämpfe ausbrechen. Da ich es aber scheiße finde, mich bei einem so zentralen Thema wie dem The Dudes komplett Banner zu drücken, habe ich halt unvorsichtigerweise „Ich bring Euch einen Kasten Bier vorbei“ gesagt. Was für mich aber heißt, dass ich das Auto brauche, was in nächster Konsequenz heißt, dass ich die tollste Frau von Welt wo gibt zu Ausbildung fahren muss, weil die nämlich – die ist nicht weniger wahnsinnig als ich – noch „nebenbei“ eine Ausbildung Heilpraktiker angefangen hat und und da am Wochenende hin muss. Also hieß es für mich final: Saufrühfrüh aufstehen und sie wegfahren. Und später schnapp ich mir eine Kisten Kronen und düse los, um den Jungs auf den Sack zu gehen und vor Ort festzustellen, dass das viel geiler ist als einen entspannten Vormittag zu Hause zu verbringen, egal, was mein Körper sagt. Aber man will ja auch keine Sau sein, deswegen mache ich meinen Körper ein Friedensangebot und werde – Tada und Tusch – ganz in Ruhe und für mich alleine frühstücken.

Das muss dann aber auch reichen an Entspannung

Freitag, 29. Oktober 2010

Schön hier im Bonbonladen

Im Moment habe ich zu viel Fußball. Ich liebe Fußball und eigentlich könnte man meinen, dass man von dem Sport nicht genug bekommen kann, aber aktuell habe ich echt das Gefühl, dass ich eine Überdosis Fußball bekomme. Wobei es gar nicht das zuviel Fußball ist, das mich stört. Es ist eher das, was mir fehlt. Nämlich dieses Gefühl am Mittwoch, dass das Leben ohne Fußball sinnlos ist. Diese Sehnsucht nach dem Wochenende. Diese Gefühl geistig zu verdursten, weil niemand einen Ball tritt. Ich habe Sehnsucht danach endlich wieder Sehnsucht nach Fußball zu haben. Diese Gefühl am Mittwoch, dass es noch so lange dauert und das einem die Brust abschnürt. Im Moment ist nach dem Spiel sofort das nächste vor der Brust. Man hat nicht mal richtig Zeit Offenbach zu verdauen und schon kommt Mainz. Und dann Paris. Und dann Hannover. Keine Pause. Ich fühle mich ein bisschen als hätte ich Jahrelang vor dem Bonbonladen gestanden und nun hat mich einer reingelassen und sagt ich darf mir alles aussuchen. Und nach 10 Zuckerstangen ….ihr wisst was ich meine.

Alleine schon reisetechnisch werden die kommenden 10 Tage extrem anstrengend. Wahrscheinlich mit das heftigste überhaupt. Sonntag früh geht es los nach Mainz, dann am selben Tag zurück nach Hamburg. Schlafen, arbeiten, nach Dortmund fahren, da ins Dortmunder Büro, Abends auf eine Veranstaltung, ganz früh am Mittwoch Morgen zurück so dass ich pünktlich im Büro bin, kurz schlafen und mit dem Flieger nach Paris, am Freitag gegen Mittag zurück und am Sonntag mit dem Nahverkehr nach Hannover.

Ach, irgendwie doch schön im Bonbonladen!

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Wie immer eigentlich – Diesmal in Offenbach

Ich habe es ja gestern schon gesagt, dass wir keine Chance haben. Es war genau die Kampfklasse an der wir scheitern. Immer wieder. Ich war auch null, null traurig oder wütend, weil ich hundertprozentig sicher war, dass wir ausscheiden. Es wurde also nur vollzogen, was ohnehin unausweichlich war. Alles kein Drama. Ich ärgere mich nur, dass ich verpasst habe gegen uns zu wetten 5.9 war die Quote. Wir können einfach keinen Pokal und man sollte nicht versuchen das unausweichliche nicht zu akzeptieren. Der Pott ist dafür da, dass er alle 20 Jahre den Auftakt einer neuen Ära markiert. Dazwischen nervt er nur. Wobei ich gerne mal wissen würde, warum wir – völlig unabhängig von der Besetzung der Mannschaft – im Pokal nie was gebacken bekommen.

Ich bin also null traurig, nur ein wenig genervt, weil der Tag auch ansonsten einfach überflüssig war. War die Hinfahrt mit dem Bus des KCD noch sehr witzig blieb vor Ort die Feststellung: Der Bieberer Berg kann nichts. Optisch ist das Stadion dabei wirklich okay. Man fragt sich, warum die das Ding abreißen wollen? Ich glaube die Offenbacher tun sich damit echt keinen Gefallen. Aber das sind nicht meine Sorgen. Die Offenbacher-Fans sind ja stolz drauf „Olsschool“ zu sein. Oldschool heißt in diesem Fall wohl wenig Tifo und eher englisch orientierte Anfeuerungen und wenig neumodischer Singsang. Das ist an sich ja nicht verkehrt, aber dann sollte man akustisch war hermachen, wenn man optisch schon nichts zu bieten hat. Da kam von denen aber viel zu wenig. Ab der zweiten Hälfte der Verlängerung wurde es schon deutlich lauter, aber beeindruckend ist auch anders. Wenn man da mal Osnabrück letztes Jahr dagegen hält war das im Gegenteil schon eher traurig. Da einzige was noch trauriger war, war unser Support. Es war wie immer im Süden. Jede Menge Leute mit stark süddeutschem Dialek, die im Stadion die Fresse nicht aufbekommen. Wie viele Leute da einfach stehen und Maulaffenfeil halten ist der Hammer. Nun ist die Gästetribüne auch scheiße, aber das kann auch nicht als Rechtfertigung dafür dienen, dass man sich nicht wenigstens mal versucht am Support zu beteiligen. Das war wirklich nichts. Gar nichts. Aber zum Glück sind wir aus dem Scheiß-Wettbewerb raus. Jetzt noch im UEFA- Cup ausscheiden und sich auf die Meisterschaft konzentrieren.

Bundesliga schlägt einfach alles.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Wenn schon ausscheiden, dann auf dem Bieberer Berg

DFB-Pokal zweite Runde. Es ist alles gerichtet. Für eine Niederlage. Jetzt mal ernsthaft: Wer von Euch Sportwetten macht, kann doch blind 100€ auf unser Ausscheiden setzen. Es spricht alles, aber wirklich alles, dafür, dass wir heute als Verlierer vom Platz gehen. Ich will jetzt gar nicht von einem schlechten Gefühl sprechen oder so, sondern richte mich rein nach den Fakten. Wir sind die Pokalversager schlechthin und spielen in der zweiten Runde. Gegen einen guten Amateurclub. Auswärts! In einem Stadion wo was los ist. Nach ziemlich anstrengenden Wochen. Hat hier jemand Osnabrück gesagt? Vor einem Jahr, war der Tiefpunkt der letzten Saison. Ich hatte mich in extremen Berufstress freigeschaufelt, um bis vier Uhr Morgens unterwegs zu sein für ein Spiel bei dem ich nichts gesehen habe, weil der Block so voll war, dass ich unten stand. Okay, viel schlimmer kann auch Offenbach nicht werden, aber ich erwarte auch erst mal nichts besseres.

Ja, es mag sein, dass ich negativ bin, aber wenn man nach draußen schaut und die graue Suppe betrachtet, dann kann man nun auch wirklich nicht fröhlich sein. Der Tag fängt schon scheiße an. Aber so negativ kann es schon aus dem Grund eigentlich nicht sein, weil mir das Ausscheiden relativ egal ist im Pokal. Ähnlich übrigens wie in der Europaleague. Das sind alles Bonusgeschichten, die ich gerne mitnehme, aber nichts erwarte. Wichtig ist die Bundesliga. Sonst nichts.

Worauf ich mich wirklich freue ist allerdings der Bieberer Berg, den ich noch nicht kenne. Das Stadion ist eines der legendärsten Deutschlands und muss deswegen folgerichtig auch einer neuen Arena weichen, die nach einer Bank benannt wird und bestimmt so originell aussieht wie Gladbach, Wolfsburg oder die neue St. Pauli-Tribüne. Nehmen wir also noch mal die Chance wahr an einem Stadion aus einer Zeit zu schnuppern als Fußball noch was für Fans und nicht für Geschäftspartner war. Es ist ein Kreuz mit dem modernen Fußball.

Also wenn schon ausscheiden, dann wenigsten auf dem Bieberer Berg

Dienstag, 26. Oktober 2010

Von Keith Richards lernen heißt siegen lernen

Dieser Rock´n Roll Lifestyle ist nichts für mich. Also geistig schon - mein Kopf erholt sich an einem Tag an dem Fußball ist besser als an vier Tagen Urlaub - aber körperlich ist dieser Raubbau an meinem Körper auf Dauer nicht durchzuhalten. Es ist ja nicht nur, dass ich inzwischen zweimal in der Woche durch die Republik oder Europa düse, um mir irgendein Spiel unsere BVB anzusehen, ich muss mir dabei ja auch noch – spätestens auf der Rückreise – die Birne zuhauen. Das hinterlässt dann doch Spuren. Körperlich fühle ich mich wie ein 70jähriger und ich glaube meine Motorik ist auch wirklich nicht Alters angemessen. Wobei ich zugegebenermaßen motorisch schon immer eine glatte 6 war. Ich müsse mal so was wie Pilates machen. Oder Schwimmen. Oder wenigstens zu Kieser gehen. Da war ich früher. Das kann ich jedem empfehlen, dem Körper geht es dann deutlich besser. Aber der einzige Sport den ich aktuell betreibe ich Reißen in der Halbliterklasse.

Die tollste Frau von Welt wo gibt sagt mir ja regelmäßig, dass sie sich ernsthaft Sorgen macht, dass ich mich langsam aber sicher umbringe. Ich kann da auch nur wenig widersprechen. Stressiger Job, wenig Schlaf, viel Reisen, viel Bier, kein Sport. Wenn ich so weiter mache, werde ich keine 60 oder habe bald den ersten Schlaganfall. Ich muss dringend mal die Kurve bekommen. Weniger Alkohol und mehr Sport wäre schon mal ein Anfang.

Keith Richards hat ja gerade seine Biographie Life geschrieben. Ich frage mich ernsthaft wie der Typ das durchhält. Der Mann ist fast 70, was für sich genommen schon ein Wunder ist. Ich bin mit ein bis zweimal die Woche Alkohol schon fertig und bei dem war es Heroin. Bin ich einfach ein Weichein oder ist Keith Richards einfach ein Tier?

Auf jeden Fall wäre ich als Rolling Stones Gitarrist nicht nur wegen meiner fehlenden Musikalität eine Fehlbesetzung.

Montag, 25. Oktober 2010

Der Verein ohne Fans

Jede Siegesserie muss irgendwann reißen. Logisch, geschenkt und nicht schlimm. Im Gegenteil: Wenn man in der Nachspielzeit noch durch einen Freistoß das 1:1 macht ist das ja sogar ein gefühlter Sieg. Auch wenn es für gefühlte Siege trotzdem nur einen Punkt gibt. Aber allemal ist das ein geiles Erlebnis zum Ende des Spieles. Warum allerdings muss die Serie ausgerechnet gegen Dietmar Hopps Brut reißen? Das sind so schlimme Menschen und das ist ein so schlimmer Verein. Nein, das ist gar kein Verein, das ist eine Firma. Warum können wir die nicht einmal aus dem Stadion schießen? Drei Heimspiele und drei Unentschieden. Wie ich dieses Pack hasse. Entschuldigt, wenn ich ein wenig jammerig klinge, es ist gar nicht so gemeint, ich hätte halt nur lieber gegen Köln oder so verloren als gegen das Spackenpack. Die sind auf meine Shitlist wirklich ganz weit oben.

Ich kann mich an keine Mannschaft erinnern bei denen die auswärtigen „Fans“ – hier sind die Anführungsstriche mal so was von angebracht – so wenig wahrnehmbar sind wie gestern die Hoffenheimer oben in der Ecke. Da war ja nichts. Null, null gar nichts. Wenn man nicht gewusst hätte, dass sie da oben sitzen wären sie gar nicht aufgefallen. Ein einziges Banner und sonst nur kleine Fähnchen, die Papa Hopp wohl austeilen hat lassen. Keine Anfeuerung die man wahrgenommen hat, keine Optik, einfach nichts. Diese Würmer sind so elendig. Meine Güte, was für ein Gesocks. Die machen einem echt alles kaputt. Ich mag´s einfach nicht, wenn der Gästesteher mit Schwarzgelben voll ist. Zu einem Fußballspiel gehören Fans beider Vereine. Dazu müssten allerdings auch beide welche haben.

Es ist heute Hasskappen Montag