Dienstag, 7. Juli 2009

In eigener Sache

Ich bin gerade schwer am überlegen, ob ich diesen Blog hier weiterführen soll, weil er zu ein paar Problemen führt, die ich nicht bedacht hatte im Vorfeld.

Zur Erklärung: Dieser Blog ist mir ans Herz gewachsen und ich habe echt Spaß daran ihn zu schreiben, allerdings macht er mir auch das Leben nicht leicht. Denn MauriciusQ ein Teil von meiner Persönlichkeit ist, aber eben auch nur EIN Teil. Er speist sich aus dem realen Erleben von Marc, aber arbeitet es anders auf als Marc, meine reale Persönlichkeit, das tun würde. Er verdichtet, überspitzt, provoziert und macht auch mal Ärger. MauriciusQ ist eben mein virtuelles „Alter Ego“, aber es ist nicht 1:1 Marc.

Die aktuelle Situation ist so, dass ich ja auch als MauriciusQ in diversen Foren unterwegs bin und in dem Zusammenhang auch Verlautbarungen mache, die in Zusammenhang mit meiner realen Persönlichkeit stehen. Daher ist bei vielen Menschen die Ableitung nah, dass MauriciusQ 1:1 Marc ist. In dem Zusammenhang gibt es zwar viele Menschen die MauriciusQ mögen, aber auch viele die ihn abgrundtief scheiße finden.

Ich bin im Blog eben klar als derjenige zu erkennen, der ich in Wirklichkeit bin. Aber ich möchte mich nicht hinter Pseudonymen wie „Muffel76“ oder „Hamster XC17“ verstecken. Weil MauriciusQ eben ein Teil von mir ist.

Meine teilweise recht provokante Art führt aber wie gesagt dazu, dass ich Leute vor den Kopf stoße oder sie sich angegriffen fühlen. Mit einigen von diesen Menschen habe ich aber real zu tun bzw. werde das in Zukunft tun. Ich will mich hier aber nicht zurücknehmen weil das eben auch das ist, was mir Spaß macht. Trotzdem habe ich aber keine Lust drauf, dass Marc im realen Leben immer NUR als MauriciusQ wahrgenommen wird. Marc ist auch für die Sailors aktiv und kann sich in dem Zusammenhang nicht leisten, dass MauriciusQ sich es mit vielen Menschen verscherzt. Dazu sind mir meine realen Projekte um den BVB dann zu wichtig.

Darüber hinaus merke ich, dass mir negative Reaktionen wie die auf die ADK-Postings Energie rauben. Ich glaube ich habe mich noch nie über etwas Materielles so gefreut wie über die ADK und will mir das nicht kaputt machen lassen. Mir war natürlich klar, dass ich diese Reaktionen provoziere und ich habe auch keine Lust mich in diesem Blog zurückzunehmen und zu schauen, wem ich wo auf die Füße trete. Aber ich habe meine Reaktion auf negative Anwürfe unterschätzt. Man gibt in einem Blog doch immer Einblick in seine Psyche und macht sich dadurch angreifbar. Und natürlich trifft es mich dann doch kurz und raubt mir Energie.

Das kann ich mir in meinem Job nicht leisten und da habe ich auch keine Lust drauf. Aus beruflichen Zusammenhängen bin ich natürlich andere Kaliber gewohnt und so was trifft mich auch nur kurz. Aber de facto ist das für mich eine Kosten/Nutzen Rechnung. Ich habe keine Lust morgens auf eine Stunde Schlaf zu verzichten, um mich dumm anmachen zu lassen, weil ich ein Pokalspiel nicht fahren kann, weil die tollste Frau von Welt Geburtstag hat. Der Blog ist und war für mich als befreiendes Element gedacht in dem ich inhaltlich keine Kompromisse mache und meiner Lust an der Provokation nachgehe.

Bis ich für mich klar bekommen habe, ob und wie es mit dem Blog weiter geht werde ich den erst mal ruhen lassen. Wie lange das sein wird weiß ich nicht. Zwei Tage, zwei Wochen, zwei Monate, zwei Jahre.

Ich danke Euch allen, die diese Seite regelmäßig besucht haben. Egal ob sie mich mögt oder nicht:

Ich habe Euch scheinbar gut unterhalten. Und das ist das wichtigste für mich

Montag, 6. Juli 2009

Das Problem das keins sein dürfte

Ich habe ein Problem. Das ich eigentlich nicht haben dürfte. Was dem Problem aber egal ist. Es freut sich trotzdem mich zu nerven. Es geht um die tollste Frau der Welt. Die hat nämlich bald Geburtstag. Um genau zu sein am 17.07. Das ist einen Tag vor dem Workshop „Unser BVB“ in Hamburg. Da 18.07 der einzige Termin war, der in Frage kam hat sich die tollste Frau von Welt wo gibt bereit erklärt ihr Geburtstagsfest zu verschieben. Auf dem 01.08. Wenn Sie nun vom Mars kommen werter Leser, dann werden Sie sich vielleicht denken „Na und?“ Aber der fußballaffine Leser weiß wo mein Problem liegt: Saisonbeginn. Bzw. um genau zu sein 1. Pokalrunde. BVB in Weiden.

Um das gleich mal festzuhalten: Nein, nicht mal ich bin so herzlos und fahre an der Geburtstagsfeier meiner Verlobten weg, um mir in der Oberpfalz einen Kick gegen einen Bezirksligisten anzuschauen. „Wo also ist das Problem?“ werden Sie sich also vielleicht fragen, werter Leser. Nun, ich habe ja die Auswärtsdauerkarte in der kommenden Saison. Und da ist das erste Pokalspiel in Weiden enthalten. Und da ist ja die Anwesenheit eigentlich Pflicht. Nun kann man sich natürlich mit einem guten Grund entschuldigen lassen und ich vermute mal „Meine Freundin feiert Geburtstag“ ist ein guter Grund. Allerdings kratzt es unfassbar an meiner Ehre, dass ich beim ersten in der ADK inkludierten Spiel nicht da bin. Das ist irgendwie Pussy mäßig.

Die tollste Frau der Welt hatte mir allen Ernstes angeboten, dass ich doch fahren soll. Wir halten fest: Am Tag ihrer Geburtstagsfeier. „Bevor Du da Ärger kriegt mit der ADK fahr doch“. Fragt sich eigentlich noch wer, warum ich diese Frau so liebe? Aber ganz im Ernst: Egal wie oft man das angeboten bekommt. Würde man es übers Herz bringen den Geburtstag seiner Frau zu verpassen, die stressfrei mitmacht, dass man sich eine ADK beantragt? Und die einem anbietet am Tag ihrer Geburtstagfeier zum Fußball zu fahren? Und wenn man das doch übers Herz bringen würde: Könnte man sich dann noch im Spiegel anschauen? Natürlich nicht. Irgendwann ist auch gut.

Aber irgendwie ist so ein Pokalspiel ja auch ein Familientreffen. Und so Fußball auf dem Dorf ist ja auch irgendwie schön. Ich gebe zu, dass ich überlegt habe, ob sich was ändert, wenn wir Sonntag spielen. Oder Freitag. Aber auch das ist keine realistische Option. Denn da würde ich sie bei der Vor- bzw. Nachbereitung alleine lassen.

Schlimm genug, dass ich überhaupt drüber nachdenke.

Sonntag, 5. Juli 2009

Die Jagd nach der 34 ist eröffnet

Die 34 ist phantastisch. Ich bin verliebt in die 34. Die 34 kreist in meinem Kopf seit ich aktiv ohne Elternbegleitung zum Fußball gehe. Die 34 zieht mich an, sie fasziniert mich, sie macht mich wuschig. Sie ist in meinem Kopf immer präsent. Und sie übt nicht nur auf mich einen magischen Reiz aus. Die 34 lockt viele.

Ich rede natürlich – wie könnte es anders sein – von dem Besuch aller 34 Spieltage in einem Jahr. Ich träume davon mal in einer Saison alle Spiele live zu sehen seit ich bewusst denken kann. Doch die Umstände haben nie gepasst. Irgendwas sprach immer dagegen.

Als ich noch in NRW gewohnt habe, war ich noch zu jung und hatte zu wenig Kohle. Ende der 80er bzw. Anfang der 90er, war der Besuch von Auswärtsspielen deutlich schwieriger als heutzutage. Es gab es noch kein Wochenend-Ticket und auch kein Internet. Ich habe damals nur alle Spiele in NRW mitgenommen und ab und zu mal was darüber hinaus. Danach kam der Umzug nach Hamburg und als Auszubildender war zu der Zeit auch keine Chance darauf gegeben alles zu fahren. Dann kam die berufliche Karriere dazwischen und zu der Zeit waren mir andere Sachen wichtiger als Fußball. In der Zeit nach Hamburg war viel Wochenendbeziehung angesagt. Diese Beziehungsform tötet Fußball. Denn Du kannst keine Beziehung führen, wenn Du Dir nicht wenigstens das Wochenende zusammen sicherst. Später kam der Job bei Wettstar.de, der mich meine Wochenende meistens auf Rennbahnen verbringen lies. Auch nicht gerade Fußballfördernd.

Trotzdem hat mich die 34 nie losgelassen. Und diese Saison ist die Jagd darauf eröffnet. Komme was wolle. Denn die Vorraussetzungen sind besser denn je: Ich habe ein Frau, die mich versteht und mir den Rücken frei hält, ich habe einen Job der mich ernährt und ich habe eine Auswärtsdauerkarte. Diese Saison muss die 34 fallen.

Doch die 34 ist ein störrisches Biest. Sie will erobert werden und gibt sich einem nicht einfach hin. Und der Weg zu ihr ist voller Hindernisse. Es wird auf dem Weg fürchte ich einige Konflikte geben. Die 34 ist wie eine der mythologischen Sirenen. Sie lockt Dich an, aber führt Dich auch ins Verderben, wenn du nicht aufpasst.

Die meisten Allesfahrer die ich kenne schaffen die 34 nicht. 33 oder 32 schaffen viele, aber an der 34 knackt man, weil da drei ganz gewaltige Probleme lauern.

Problem 1: Tickets
Das erste Problem ist das einfachste und dieses Jahr bei mir schon mal aus dem Weg geräumt. Ich habe sowohl eine Dauerkarte als auch eine Auswärtsdauerkarte. Ich habe also für alle 34 Spiele ein Ticket und bin nicht auf die Ticketvergabe durch den BVB angewiesen. Man kriegt zwar eigentlich immer ein eine Karte, wenn man sich bemüht und auch mal bereit ist ohne Ticket loszufahren und vor Ort zu kaufen. Weil es 5 Stunden Zugfahrt mit dem Risiko doch vorm Stadion zu stehen auch nicht ohne für die Nerven sind.

Problem 2: Geld
Das zweite große Problem ist natürlich der Faktor Geld. Da meint es der Spielplan dieses Jahr gut mit mir. Die Hinrunde ist so gesetzt, dass oft nur drei Spiele in einem Monat sind und wenn vier Spiele sind, dann sind alle in NRW. Schwierig wird es nämlich, wenn man Stuttgart und München auswärts in einem Monat hat. Ich habe aber in den ersten Monaten nur Frankfurt als südliches Ziel. Und da werde ich meine Bahn-Punkte für eine Freifahrt einsetzen. Finanziell müsste es sich also einigermaßen ausgehen. Ich werde eh dieses Jahr nichts großartiges in andere Sachen als Fußball investieren (können). Und zur Not muss ich doch mal eine Fahrt mit dem Wochenendticket einsetzen. Das kostet mich zwar irre viel Zeit, aber spart auch echt Geld. Ich werde diese Option also ziehen, wenn gar nicht mehr geht.

Problem 3: Zeit
Das dritte Problem ist das schwierigste für mich. Denn Zeit ist etwas, was ich am wenigsten habe und vor allem am wenigsten planen kann. Da lauern für mich berufsbedingt einige Fallen. Der erste Fallstrick lauert schon am dritten Spieltag. Denn da ist GamesCom und damit für mich die anstrengendste Phase des Jahres. Allerdings hat mit der Fußball-Gott eine realistische Option gegeben. Denn die GC ist ja dieses Jahr in Köln und wir haben ein Heimspiel. Das gibt mir eine realistische Chance das Spiel zu sehen. Wenn die Ansetzung Sonntag ist bin ich eh fein dran, Freitagabend schaffe ich auch. Samstags wäre schwieriger, aber auch das könnte machbar sein. Ist allerdings wohl nur kurzfristig zu planen.

Schwierig wird es generell mit den Freitagsansetzungen. Denn das heißt für mich, dass ich mir frei nehmen muss. Was bei meinem Job, der ja nicht gut langfristig planbar ist, nicht ganz einfach ist. Denn so fußballverrückt ich auch bin, ich werde kein Projekt schleifen lassen, um ins Stadion zu kommen.

Aber egal was auch kommt: Ich will die 34. Und wenn es das letzte ist, was ich tue.

Samstag, 4. Juli 2009

Aus! Wärts! Dauer! Karte!

Ich habe eine Auswärtsdauerkarte zugeteilt bekommen.

ICH! HABE! EINE! AUS! WÄRTS! DAUER!KARTE!

Auswärtsdauerkarte

ICH

Im Moment bin ich glaube ich der glücklichste Mensch der Welt. Ich dachte ich hätte mich schon wieder beruhigt, aber während ich das schreibe bin ich schon wieder so unfassbar euphorisiert, dass ich die Welt küssen möchte.

Es war Freitag, 14:15 Uhr als ich eine Mail von Jens Volke von der Fanbetreuung des BVB im Postfach hatte. Ich hatte mit Jens an dem Tag eh über ein anderes Thema gemailt, so dass das jetzt keine Überraschung war, dass er mir mailt und ich erst dachte er hätte mir noch mal geantwortet. Als mir dann aber auffiel, dass der Betreff „Auswärtsdauerkarte 2009/2010“ lautet stieg mein Puls sofort auf gefühlte 220 und mein Hirn fuhr Karussel. "Okay, da ist sie, die Absage". Ich mochte gar nicht lesen, aber natürlich war die Neugier zu groß. „Also sei tapfer und lies den Scheiß“

„Hallo liebe ADK-Interessenten, hiermit teilen wir Dir mit, dass Du zu den glücklichen Gewinnern der Kartenverlosung für die kommende Saison gehörst“

Moment mal. Was steht da?

„Hallo liebe ADK-Interessenten, hiermit teilen wir Dir mit, dass Du zu den glücklichen Gewinnern der Kartenverlosung für die kommende Saison gehörst“

„Dein Hirn verarscht Dich. Lies noch mal gründlich!“

„dass Du zu den glücklichen Gewinnern der Kartenverlosung“

Moment, „Gewinner“. Das ist kein Terminus, den man für eine Absage gebrauchen würde. Meine die ich bekomme ein. Das kann nicht sein. Schau es Dir noch mal gründlich an!

Ich habe es ungelogen zehn Mal gelesen. Selbst heute morgen habe ich noch mal reingeschaut, um sicherzugehen, dass ich mich nicht verlesen habe.

Was anschließend geschah, hat dafür gesorgt, dass mich in der Firma nun endgültig alle für gaga halten. Zunächst sank ich in meinem Stuhl zusammen und stieß zu meinem Kollegen zur Linken – der mit mir das Video zu „Unser BVB“ gemacht hat – ein japsendes „Flo! Flo! Flo, ich glaub´s nicht. Ich habe eine Auswärtsdauerkarte“. Das ganze hatte schon einen grenzdebilen Unterton. Anschließend brach es aus mir raus. Ich lies Flo und meine lieben Werder-Kollegin gegenüber an meinem unfassbaren Glück teilhaben.

Anschließend bin ich laut „Ich habe eine Auswärtsdauerkarte“ brüllend über den Flur gerannt. Dummerweise wussten die meisten nicht, was eine ADK ist, geschweige denn, dass es sie interessierte, ob ich eine bekomme, weswegen mein lieben MTV Kollege Christian in Berlin dran glauben musste. Der ist zwar VfB Fan, aber versteht wenigstens warum ich mich so freute und freute sich mit mir.

Nachdem ich mich einigermaßen gesammelt hatte, rief ich die tollste Frau von Welt wo gibt an, um ihr mitzuteilen, was Phase ist. Ich hatte ja kurzfristig Angst, dass sie genervt sein könnte, aber sie bewies mal wieder, warum ich nur sie heiraten kann und freute sich einfach mit mir.

Den Rest des Tages konnte ich an Arbeit nicht mehr denken. Ich fürchte allerdings, dass ich meine Reaktion vom Freitag noch öfter zu hören bekommen werde.

Freitag, 3. Juli 2009

Der Spielplan ist raus - Es wird meine Saison

Der Spielplan 09/10 ist raus. Und damit sind meine Wochenenden bis zum Sommer 2010 durchgeplant. Denn ich will in der Saison alle Spiele fahren. Realistisch wird das nicht bei allen klappen, aber meine 30 werde ich auf jeden Fall vollmachen, 32 sollten auch klappen und die 34 strebe ich an.

Damit das klappt müssen aber einige Sachen passen. Beispielsweise dürfen wir nicht zu oft Freitag spielen, denn ich kann mir Freitags nicht immer frei nehmen und wenn dann auch nur kurzfristig. Aber ich werde es auf jeden Fall versuchen.

Ganz wichtig ist halt der Finanzfaktor. Denn wenn der nicht passt wird es schwierig. Hat man z.B. Freiburg und München in einem Monat wird es eng. Aber auch da hat es die Spieltagsgöttin gut mit uns gemeint. Im August spielen wir viermal und davon am zweiten Spieltag in Hamburg, das ist finanziell machbar. Es sind nur drei Spieltag im September und einer davon in Hannover, was locker per WET zu machen ist. Die Länderspielpause nutze ich für die Fahrt nach Salzburg, aber die ist schon bezahlt.

Im Oktober sind wieder vier Spieltag, aber alle in NRW, also auch zu schaffen. Der November wird günstig, denn es sind auch nur drei Spieltag mit einem Spiel in Bremen. Und im Dezember auch ein Spiel in Wolfsburg und zwei zu Hause. Insgesamt sollte die Hinrunde also gut finanzierbar sein. Natürlich ist das ein amtliches Säckchen Geld, was da rausgeht, aber es ist auch nichts bei, das einem den Hals bricht.

Es wird ein schönes Jahr.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Trikotkauf! Nichts für Anfänger

Es gibt verschiedene Momente in denen man merkt, dass schon wieder ein Jahr rum ist. Bei mir ist das z.B. die GamesConvention (bzw. ab diesem Jahr die GameCom), die alljährliche Video- und PC-Spiel-Messe. Da stehe ich jedes Jahr und denke, dass ich doch gerade erst weggegangen bin. Oder eben Weihnachten. Das Gefühl „Habe ich nicht erst letzte Woche unterm Baum gesessen?“ kennt ja auch jeder. Ein anderes Ding bei mir ist die Wahl des Trikots. Ich saß gestern vor dem BVB Shop und habe überlegt, welches Trikot ich kaufen soll. Und hatte dabei das Gefühl, dass ich doch erst vor kurzem vor derselben Aufgabe gestanden habe.

Trikotkauf ist eine hoch komplizierte Sache. Für den uneingeweihten Laien ist das natürlich scheinbar sehr einfach. "Man hat drei Trikots plus Torwarttrikot zur Auswahl, sucht sich das aus, was einem am besten gefällt und fertig" könnte man denken. In Wirklichkeit ist der richtige Trikotkauf nichts für Anfänger, sondern erfordert einen Vollprofi wie mich. Denn auch hier ist das Leben eben leider deutlich komplizierter. Man muss nämlich verschiedenen Faktoren berücksichtigen.

Erstens, - logischerweise - das aktuelle Design. Gefällt einem das oder nicht? Das Thema ist nicht sehr kompliziert. Als zweiten Faktor muss man dann aber noch berücksichtigen, wie sich das Trikot über die Jahre entwickeln wird. Sieht das Design auch in zehn Jahren wohl noch gut aus und man freut sich darüber sich so entschieden zu haben? Und dann kommt der Fanaspekt dazu: Welchen Eindruck macht man da im Stadion als einer von 10.000 Auswärtsfans in der Gesamtbetrachtung? Im Prinzip ist man nämlich ein Pixel. Das ist für mich als Fan ein wichtiger Punkt. Denn wenn man Auswärts fährt, ist es wichtig, dass man das Signal aussendet „Dieses Stadion ist in unseren Hand“. Da die meisten neutralen oder weniger fanatischen Fans in neutralem Grau erscheinen, weil sie klassischen Straßenkleidung anhaben, ist es da sehr wichtig mit Gelb ein Signal zu setzen. Denn wer Gelb ist, ist klar als Dortmunder zu erkennen.

Aus dem letzten Grund habe ich mich in der abgelaufenen Saison gegen das Auswärtstrikot entschieden, obwohl ich das mit der Schärpe sehr geil fand und wenn es Gelb mit schwarzer Schärpe gewesen wäre statt umgekehrt sofort zugeschlagen hätte. Die Auswärtstrikots sind eh mutiger. Das Heimtrikot ist immer auf Nummer sicher geplant. Was auch nicht anders geht. Das Ding muss sich verkaufen und daher wenig Anstoß erregen.

Dieses Jahr sprach aber ein Grund gegen das Heimtrikot und für das Auswärtstrikot. Erstens ist das Heimtrikot unfassbar unmotiviert und nicht mal im Ansatz originell. Mir fehlt auch die Farbe Schwarz. Unsere Farben sind Schwarz und Gelb. Das nur in der Hose aufzunehmen ist mir zu wenig. Und das Auswärtstrikot ist vom Design sehr outstandig. Das eckt an, ist mutig und gefällt nicht jedem, weil es das „100 Jahre“-Design aufnimmt. Und wenn man in 10 Jahren in den Schrank schaut wird einem das unter den ganzen Trikots deutlich auffallen. Da es außerdem einen deutlich höheren Gelbanteil hat als das der letzten Saison ist das auch unter Stadionaspekten noch tauglich. Als wurde das Ding bestellt.

Und nun freu ich mich wie jedes Jahr darauf, dass der Postbote klingelt.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Aktenkofferträger bei Rasen Ball

Ich hatte mir ja fest vorgenommen, dass ich nicht mehr über „Rasen Ball Leipzig“ schreibe. Aber gestern hat mich ein anderer Sailor darauf hingewiesen, dass es bei MeinVZ eine „Rasen Ball“-Gruppe gibt. Zwar überrascht mich die Dummheit anderer Menschen nicht sonderlich, aber sie ist deswegen nicht weniger faszinierend. Was für ein Mensch betritt bitte eine Gruppe – und outet sich damit als „Fan“ eines Vereins – von einem Fußballclub, den er noch nicht ein einziges mal hat spielen sehen? Gründen die auch Fanclubs von Bands, die sie noch nie gehört haben? Was sind das für Menschen? Was ist bei denen im Leben schief gelaufen? Falls ihr ein MeinVZ Account habt: Solche Menschen sind das.

Ganz im Ernst: Dieses Monchichi im Anzug erfüllt doch jedes Klischee, das man über Rasen Ball „Fans“ hat. Wirtschaftsstudent ist er laut Profil. Ich weiß genau wie der Typ ist. Kennt ihr die Typen, die mit einem Aktenkoffer in die Schule gegangen sind? Die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und mit einer unfassbar arroganten Art auf alle nieder schauen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen. Oder das was unsere Kofferträger dafür halten. Für die jüngeren unter Euch die noch zur Schule gehen ein kleiner Trost: Diese Typen werden übrigens nie was. Die wollen zwar die Welt regieren, landen dann aber doch nur in der Stadtverwaltung, Bereich Abwassermanagement, während die unangepassten später die coolen Jobs kriegen. Weil man eben doch seinen eigenen Kopf braucht, wenn man was bewegen will.

Ach ja, unser „Freund“ hat dann doch einen „revolutionären“ Ansatz. Er findet laut Profil das politische Profil von Jörg Tauss interessant. Nicht, dass der nachher noch Pirat wird. Auf jeden Fall wird der Rasen Ball- „Fan“ dann bestimmt ganz oft zu Rasen Ball gehen. Mindestens einmal pro Saison. Zum letzten Spiel vor dem Aufstieg. Wenn die in der Bundesliga sind, nimmt der auch eine Dauerkarte. Und zur Meisterschaftsfeier kommt er auch vorbei. Mindestens eine Stunde.

Falls seine Frau ihn raus lässt.


Die Erde sagte er: hat eine Haut und diese Haut hat Krankheiten. Eine dieser Krankheiten heißt zum Beispiel: Mensch!!!!